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Tüte oder frisch? – Spaghetti mit Tomatensauce

Ja, ja – die Zeitersparnis! Wie gut, dass es Fertiggerichte gibt! Man muss sie nur kurz erwärmen oder mit wenig Aufwand kochen. Gut, sie mögen ja etwas teurer sein – aber: diese Zeitersparnis und Bequemlichkeit! Alles in einem Karton. Mamma miracolo lässt grüßen!

spaghetti

Vergleichen wir mal: Spaghetti mit Tomatensauce

Verglichen habe ich – stichprobenartig (ohne Anspruch auf Vollständigkeit) die bekannteste Variante: Mirocoli und die Hausmarken von Aldi, Lidl und Rewe. Der real war scheinbar nicht in der Lage das Produkt innerhalb von zwei Wochen im Laden vorrätig zu haben.

Und dann habe ich bei jedem Anbieter noch gekauft: ein Packung Spaghetti, eine Tube Tomatenmark und geriebenen Hartkäse. Hier raus habe ich den Vergleichspreis für den Einzelkauf errechnet.

Erstaunlich ist, dass das Markenprodukt 10g geriebenen Hartkäse enthält, während die Hausmarken alle 15g enthalten. Das setzt sich beim Tomatenmarkt fort. Mit 83% beträgt der Anteil gerade mal 97g im Vergleich zu 114g bei den Hausmarken. Hier werden 15% durch Tomaten ersetzt.

Dennoch ist das Markenprodukt mit 2,29€ über drei mal so teuer wie die Hausmarken mit 69 Cent.

Erst einmal genug mit den Zahlen.

Tüte oder frisch? - Spaghetti mit Tomatensauce

Erstaunlich – verwunderlich und ärgerlich:

Erstaunlich finde ich, dass das Markenprodukt und die Hausmarken von Aldi und Rewe zusätzlich Rote Bete als Farbstoff benötigen. Vermutlich haben die Tomaten nicht genug Sonne bekommen um von allein rot geworden zu sein.
Verwundert hat mich, dass die Gewürzmischung des Produktes von Aldi sogar Curry enthält. Das ist dann vielleicht für diejenigen gedacht, die sich nicht entscheiden wollen ob sie italienisch oder indisch essen möchten.

Ärgerlich finde ich, dass Lidl und Rewe Produkte vertreiben, in denen Palmfett verwendet werden. Würde ich anfragen gäbe es wahrscheinlich die Antwort, dass es politisch und ökologisch korrektes Palmfett wäre – nur wo kommen die Mengen auf einmal her? – Kurz: ich meine, dass Palmfett – schon aufgrund der Diskussion in den vergangenen Jahren – nichts in Lebensmitteln zu tun hat!

Die einzelnen Komponenten als Vergleich:

Ich habe mir ja erlaubt die wichtigsten Bestandteile einzeln zu kaufen. Hier hat sich für mich folgendes ergeben:

  • Die Einzelkomponenten enthalten weniger Zusatzstoffe als das Gebinde. Bis auf Zitronensäure im (dreifach konzentrierten) Tomatenmark habe ich nichts gesichtet.
  • Nachdem ich den Preis für die Gewürze anhand des Gemüsewürzers und der anderen, anteilig verwendeten Komponenten berechnet hatte komme ich auf einen Vergleichspreis von 62 Cent.
    Das heißt, dass es möglich ist 7Cent pro Packung zu sparen. – Lohnt sich das überhaupt? – Natürlich! Wenn wir tanken fahren wir gerne ein paar Kilometer weiter, weil der Sprit einen Cent günstiger ist. – Und wenn man überlegt, dass man bei drei bis vier Personen gleich die doppelte Menge braucht sind es schon 14 Cent die man sparen kann.
    Also: wenn man mit vier Personen einmal im Monat Spaghetti mit Tomatensauce essen würde kann man im Jahr 1,68€ einsparen.

Der Aufwand ist so – wie so – gleich. Die Nudeln wollen gekocht werden. Das Tomatenmark mit Wasser und Gewürzen erwärmt werden. – Also ist die Zeitersparnis gleich null.

Ferner möchte ich einmal unterstellen, dass die Hauptzutaten in den meisten Haushalten vorhanden sind.

Wie wäre es mit einer Variante?

Auf die Portionsgröße der Fertigprodukte gerechnet mal folgende Variante:

Die Zutaten:

250g Spaghetti
100g Tomatenmarkt
90ml Wasser
1EL Olivenöl
½ TL Salz
Pfeffer
½ Knoblauchzehe (oder ¼ TL Knoblauchpulver)
½ TL Oregano
½ TL Basilikum

Die Zubereitung:

  • Die Spaghetti in reichlich Salzwasser kochen.
  • Alle anderen Zutaten in eine Mixbecher geben und kurz mit einem Pürierstab durch mixen.
  • Die Tomatensauce nach Art des Pesto über die heißen Spaghetti geben – fertig.

Geht es günstiger?

Ja, wenn man einfach eine helle Grundsauce macht in die man Tomatenmark gibt. Hier kann man auf Menge gehen und hat einen ähnlichen Geschmack. – Allerdings auch einen Mehraufwand.

Mein Fazit:

Diese Form des Fertiggerichtes bringt nichts. Mit etwas Übung findet man die passende Würzung für seinen Geschmack. Da muss man keine Marke kaufen oder mehr Geld ausgeben wie notwendig, zumal man die Zutaten wahrscheinlich ehe im Haus hat.